Inhaltsverzeichnis:
Definition
Symptome
Entstehung
Risikogruppen
Klassifikationen
Komplikationen
Diagnostik
Therapie
nichtoperativ
operativ
Nachbehandlung
 

 

 

 


 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
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Die hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung

 

hintere, dorsale, Schulterluxation, Schulterausrenkung
Frontales Röntgenbild einer typischen hinteren Schulterausrenkung ( dorsale Schulterluxation )
Hier erfahren Sie:
Was ist eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Was merkt man bei einer hinteren Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Wie entsteht eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Wer ist für eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung gefährdet ?
Gibt es Komplikationen bei einer hinteren Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Wie stellt man eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung fest ?
Wie behandelt man eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Nichtoperative Therapie
Operative Therapie
Wie wird eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung nachbehandelt ?

 

 

Was ist eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Unter der hinteren Schulterausrenkung versteht man ein Austreten des Oberarmkopfes aus der Schulterpfanne nach hinten.

 

Hintere Schulterinstabiltaet, dorsale Schulterluxation

Narkoseuntersuchung: Der Oberarmkopf tritt nach hinten aus der Schulterpfanne aus.

 

Was merkt man bei einer Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Die hintere Schulterausrenkung verursacht - meistens unmittelbar nach einem Sturz - Schmerzen und eine erhebliche Gebrauchseinschränkung des betroffenen Armes.

 

Wie entsteht eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung ?
Die weit überwiegende Zahl hinterer Schulterausrenkungen kommt durch ein Sturz, z.B. auf dennach vorne ausgestreckten und leicht angespreizten Arm zustande.

 

veraltete hintere dorsale Schulterluxation, Schulterausrenkung, Röntgen

 

Wer ist für eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung gefährdet ?
Typische Risikogruppen für hintere Schulterluxationen gibt es nicht.

 

Gibt es Komplikationen bei hinteren Schulterluxationen und
Schulterausrenkungen ?
Wesentlich ist der Umstand, dass hintere Schulterausrenkungen manchmal nicht frühzeitig erkannt werden.

 

Wie stellt man eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung fest ?
Einerseits kann die Information über den Ablauf des Sturzes und ggf. der Untersuchungsbefund hinweisend sein. Zur ersten Abklärung und Eingrenzung dient ein frontales Röntgenbild, meistens kombiniert mit einer Spezialaufnahme aus einer 2. Ebene.
Deutlich ist die hintere Schulterausrenkung im Kernspintomogramm und Computertomgramm zu erkennen.

umgekehrte Hill-Sachs Delle, hintere Schulterluxation, CT

Computertomographischer Querschnitt bei Zustand nach hinterer Schulterausrenkung,
sog. reverse Hill-Sachs Delle vorne am Oberarmkopf ( weisser Pfeil ).

 

Wie behandelt man eine hintere Schulterluxation und Schulterausrenkung?
Es ist das Ziel den nach hinten ausgekugelten Oberarmkopf durch ein Einrenkungsmanöver - mit oder ohne Narkose - möglichst zügig in die Schulterpfanne zurückzubekommen.

 

Nichtoperative / konservative Therapie der Schulterluxation / Schulterausrenkung:
Mittel der ersten Wahl, bei frischen hinteren Erstluxationen der Schulter und Folgeluxationen ist das Einrenken der Schulter. Man spricht von der Schulterreposition. Das Einrenken der Schulter wird entweder in wachem Zustand, unter örtlicher Betäubung, Plexuskatheter oder in Vollnarkose durchgeführt.
Die meisten Schulterepositionen gelingen in wachem Zustand oder in Narkose. Eine Reposition in Narkose ist schonender. Sehr selten ist ausnahmsweise eine offene operative Reposition der Schulter notwendig

Im Anschluss an eine Reposition der ausgerenkten hinteren Schulter wird eine Röntgenkontrolle in zwei Ebenen angefertigt, um zu sehen ob der Oberarmkopf in der Schulterpfanne steht / zurückgekehrt ist. Es wird dann eine Schulterverband, wie z.B. ein Gilchrist- oder Desaultverband, angelegt. Die Durchblutungssituation und Nervenversorgung ist zu kontrollieren. Langfristige, wochenlange Ruhigstellungen in einem Schulterverband machen keinen Sinn. Meistens ist das Tragen eines solchen Schulterverbandes für einige Tage, zur Schmerzbekämpfung, notwendig.
Chronisch veraltete Schulterluxationen werden fast immer, da sie oft schmerzhaft sind, offen operativ eingestellt ( s.u. ). Eine nichtoperative Therapie macht bei solchen Situationen meistens keinen Sinn.

 

Operative Therapie der Schulterluxation / Schulterausrenkung:
Das Standardverfahren zur Stabilisierung einer hinteren Schulterluxation ist die arthroskopische Naht der abgerissenen hinteren Knorpellippe. Es bedeutet, dass man über 2 bis 4 kleine Schnitte, von etwa 1/2 bis 1 cm, eine Endoskopiekamera im Schultergelenk plaziert. Über die anderen Arbeitskanäle werden die Nahtanker / Dübel und das Nahtwerkzeug eingebracht. Es werden die abgerissene Knorpellippe und und zerissene Schulterkapsel sowie deren stabilisierende Bänder genäht. Man verwendet dazu Titan oder in letzter Zeit bioresorbierbare Nahtanker / Minischrauben.
Die rückwärtige Bankartoperation kann auch offen durchgeführt werden.
Bei der atraumatischen Schulterluxation rekonstruiert man - arthroskopisch oder offen - die zu weite und elastische Schulterkapsel. Operiert man das arthroskopisch bezeichnet man das z.B. als APCL = arthroskopisch pankapsuläre Plicatur. Operiert man es offen, spricht man von einer Kapselshiftoperation.
Bei der offenen Bankart oder Kapselshiftoperation wird meistens hinten an der Schulter ein hinterer Operationszugang angelegt, welche etwa 5 bis 15 cm lang ist. Führt man die offene Bankartoperation durch, wird hinten die abgerissene Knorpellippe, am vorderen Schulterpfannenrand, mittels durch den Knochen gelegten Nähten oder Ankern aufgenäht.
Bei der offenen Kapselshiftoperation wird hinten die Schulterkapsel dargestellt und die zu weite Kapsel wird z.B. T-förmig, H-förmig oder auf andere Art eröffnet und gerafft.
 
Wie wird eine hintere Schulterluxation / Schulterausrenkung nachbehandelt ?
Nach einer Reposition / Einrenken der nach hinten ausgerenkten Schulter, wird für einige Tage ein Schulterverband angelegt. Diese Verbände können z.B. sog. Gilchristverbände oder Desaultverbände sein. Man trägt sie einige Tage, um vor allem Schmerzmittel zu sparen. Solche Verbände tragen nicht zum Ausheilen oder Stabilisieren der Schulter bei. Es macht keinen Sinn sie wochenlang zu tragen. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Ausrenkung wird durch wochenlanges Tragen der Schulterverbände in Innenrotation nicht vermindert.

 

Gleiche / Ähnliche Begriffe einer hinteren Schulterluxation / Schulterausrenkung:
dorsale Schulterausrenkung, Ausrenkung der Schulter, Schulterauskugelung, Auskugeln der Schulter, Auskugelung der Schulter, instabile Schulter, Schulterdislokation, Schulterverrenkung, Verrenken des Schultergelenkes, Verrenkung der Schulter, habituelle Schulterluxation, rezidivierende Schulterluxation

 

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