Knorpeldefekte der Schulter
Knorpeldefekt, genau mittig, auf der Schulterpfanne, in der Hauptbelastungszone
Was ist es ? Sowohl der Oberarmkopf als auch die Schulterpfanne sind an ihren gelenkbildenden Anteilen mit einer Knorpelfläche überzogen. Diese Knorpelfläche sorgt dafür, daß die Gelenkpartner ( Oberarmkopf und Schulterpfanne ) glatt und - weitgehend reibungsfrei - gegeneinander bewegen. Knorpeldefekte sind Aufbrüche dieser Knorpelfläche. Sie können unterschiedlich gross sein - von Kleinfingernagelgrösse bis zu u.U. 2 Eurostückgrösse. Es handelt sich dabei nicht um einen flächigen Abrieb, also nicht um einen Verschleiss bzw. Omarthrose.
Was merkt man ? Knorpeldefekte der Schulter machen sich durch tief in der Schulter sitzende Schmerzen bemerkbar. Sie können sich ebenso mit einem Knacken oder Schnappen bemerkbar machen, welches mit - oder auch ohne - Schmerzen einhergeht.
Wie entsteht es ? Die Ursachen für Knorpeldefekte sind nicht immer ganz klar. Es kann sich um ältere Unfälle handeln, welche die Defekte verursacht haben und denen der Betroffene u.U. keine Bedeutung beimisst. Man beobachtet sie, ab und zu, beim Bodybuilding, wenn zu hohe Lasten oder schwere Gewichte falsch, beim Benchpressing, gestemmt werden. Auch das Frühstadium eines Verschleisses kann u.U. mit Knorpeldefekten beginnen und sich, im Laufe der Jahre, zu einem flächigen Abrieb entwickeln, der sog. Omarthrose.
Wie behandelt man es ? Knorpeldefekte lassen sich mit konservativen / nichtoperativen Massnahmen kaum behandeln. Oft verhält es sich derart, dass sie als alleinige oder Begleitverletzung /-erkrankung, während einer Spiegelung der Schulter gesichtet werden. Ein anerkanntes Verfahren der Wahl ist die Mikrofrakturierung. Indem man den Defekt vorbereitet und anschliessend den Boden des Defektes, wo der blanke Knochen freiliegt, anrauht / einkerbt - bis kleinere, gewünschte, Einblutungen entstehen, aus denen sich Wachstumsfaktoren entleeren. Ziel dieses Vorgehens ist es, eine Ersatzknorpelbildung anzuregen. Allerdings kann das einige Monate dauern.
Ein weiteres Verfahren ist die Knorpelzelltransplantation. An der Schulter hat sie sich bis heute, im Gegensatz zum Knie, noch nicht durchgesetzt.
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